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Spanisch lernen in Guatemala
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Spanisch lernen in Guatemala
M I C H A E L  K R A M M E R:  (T E I L  2)

Zivildienst in Nicaragua

Der Schulalltag
Die Schule begann jeden Tag um 7 Uhr früh. Wir putzten mit den Kindern zuerst einmal das Klassenzimmer, denn vor allem in der Trockenzeit sammelt sich binnen eines Tages überall eine dünne Staubschicht. Das war oft eine Heidenarbeit zumal wir uns das Wasser händisch aus dem Schulbrunnen heraufpumpen mussten.
Michael Krammer und seine Schulklasse in Nicaragua - Foto: Michael Krammer Das mit der Pünktlichkeit ist so eine Sache in Nicaragua. Mein nicaraguanischer Lehrerkollege kam meist erst um viertel nach sieben, und auch die Kinder kamen oft zu spät, ein andermal wieder aber um eine halbe Stunde zu früh.
Auch die Schulpflicht wird nicht ganz so ernst genommen, es kam schon einmal vor, dass die Eltern ihre Jungs nicht in die Schule sondern zum Fischen schickten, um für die Großfamilie ein Mittagessen zu besorgen. Die älteren Mädls blieben auch oft zu Hause, um auf ihre kleinen Geschwisterchen aufzupassen. Dieses Problem lösten wir so, dass sie ihre Geschwisterchen einfach in den Unterricht mitbringen sollten.
Insgesamt waren es 20 Kinder zwischen 5 und 15 Jahren, unterteilt in 6 Klassen, dazu noch die "Vorschulkinder". Da der Unterricht in nur einem Klassenzimmer stattfand, entstand ein ganz ordentlicher Lärmpegel. Überhaupt lief alles um einiges undisziplinierter ab als ich es von meiner Volksschulzeit her kannte. Während die Großen laut ihre Fragen auswendig lernten, jagten zwei Kleine schon einmal einen zufällig vorbeigekommenen streunenden Hund durchs Klassenzimmer. Einer der Kleinen, die noch zu jung für die erste Klasse waren, verbrachte den ganzen Vormittag damit, unter einem Tisch die riesige mitgebrachte Jause zu verzehren.


In der großen Pause legten uns wir zwei Lehrer immer in die Hängematten, die im Schulhof aufgespannt waren. Die Kinder spielten meist ziemlich wild am Lehmboden Fussball und binnen Minuten waren die Originalfarben der schönen blau-weißen Schuluniform nicht mehr auszumachen. In der Regenzeit war es zwar nicht so staubig, aber ebenso schwierig, das Schulgebäude sauberzuhalten, da sich bei jedem Tritt außerhalb riesige Erdbatzen an die Schuhe klebten.
Es konnte schon passieren, dass die Pause etwas über die vorgesehene halbe Stunde ausgedehnt wurde, vor allem in den Monaten als es schon früh am Vormittag um die 35 Gad hatte.
Am Freitag war zuerst Turnunterricht angesagt, danach gemeinsamer Schulputz. Zum Turnen stellten sich die Kleinen zuerst in Stirnreihe auf, dann ging es militärischen Schritts im Gänsemarsch zum 300m entfernten Strand. Dort machten wir zuerst Turnübungen, die oft an militärische Ausbildung erinnerten - z.B. um die Wette robben, oder auf Kommando im Kreis marschieren. Mein nicaraguanischer Lehrerkollege Henry war als überzeugter Sandinist ja noch vor zehn Jahren im Bürgerkrieg als Guerillakämpfer gegen die Contras engagiert gewesen.


Michael Krammer mit seinen Schülern und einer kleinen Schildkröte - Foto: Michael Krammer Bald stand dann der erste Wandertag auf dem Programm. Wir marschierten über die Playa El Coco zum Nachbarstrand Playa El Brasilito und weiter zur Playa La Flor. Das ist einer der wenigen Strände auf der Welt, wo es zu bestimmten Zeiten im Jahr zu Massenankünften aller möglichen Meeresschildkrötenarten kommt, die dann zu tausenden ihre Eier im Sand ablegen.
Als ich mit den zwanzig Kindern in ihren blau-weißen Schuluniformen alleine über den kilometerlangen weißen Sandstrand spazierte, das kristallblaue Meer und der tiefblaue Himmel auf der einen Seite des Strandes, auf der anderen Seite in Richtung Landesinnere die grüne tropische Vegetation, da hatte ich ein gewisses Gefühl der Surrealität und Unwirklichkeit, als ob alles nur ein schöner Traum wäre. Es war einfach eine Situation, mit der ich noch vor einem halben Jahr nie im Leben gerechnet hätte.

Text und Fotos: Seite öffnenMichael Krammer
 
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