
L E I F G Ö R I T Z: (T E I L 2)
Die Sprachschule
Meine Sprachschule liegt relativ zentral in der Zone 1, in relativer Nähe zum Parque Zentral, dem Herzstück einer lateinamerikanschen Stadt, wie in einem Reiseführer beschrieben "wird hier gefeiert, rebelliert, aufmaschiert und gestorben". Für uns war der Parque täglicher Treffpunkt nach dem Lernen in der Sprachschule oder der Arbeit in den zahlreichen Hilfsprojekten.
Die Sprachschulen geben zumindest alle vor, nur für Hilfsprojekte zu arbeiten, wenn man genauer hinblickt, werden hin und wieder ein paar Dollar vor allen Schülern publikumswirksam an einige ärmlich angezogene Kinder verteilt, was dann als Schulstipendium deklariert wird. Auch der in meiner Schule beliebte Armutstourismus war für mich etwas befremdlich, da die Schüler mit ihren Lehrern zur Besichtigung eines Waisenhauses als Nachmittagsaktivität aufbrachen. Abgesehen von diesen Kritikpunkten meinerseits ist das Preis – Leistungsverhältnis der meisten Schulen extrem gut. Für 100 – 150 USD pro Woche wird man in einer Gastfamilie untergebracht, die mich in meinem Fall als zweiten Sohn völlig in das Familienleben integrierte, man bekommt einheimisches Essen in den Familien, hat fünf Stunden Einzelunterricht mit einem Lehrer fünf Tage die Woche und je nach Schule auch einen freien Internetzugang oder Aktivitäten wie Vulkanbesteigungen etc. inklusive. Bei den Aktivitäten, den Fiestas, den Konferenzen, in denen über die sozialen Probleme und den Bürgerkrieg auf Spanisch diskutiert werden, den Sportangeboten und auch den sozialen Projekten unterscheiden sich die Schulen teilweise gravierend, so daß man sehr schnell erkennt, ob man eine gute oder eine schlechte Schule erwischt hat.
Ich denke, daß ich in den Wochen des Sprachkurses sehr viel gelernt habe, würde aber nicht noch mal so lange in einer Schule am Stück bleiben, sondern früher anfangen zu reisen und einen zweiten Block an einer anderen Schule absolvieren. Insbesondere da ich die letzten drei Wochen an einer bakteriellen Infektion erkrankt war und dadurch letztendlich auch noch das Vergnügen hatte, ein guatemaltekisches Krankenhaus zwei Tage lang von innen kennenzulernen, konnte ich leider nicht den gesamten Sprachkurs voll ausnutzen und auch nicht wie geplant die ganze Zeit in meinem Projekt mit Straßenkindern mitarbeiten. Generell gibt es viele Möglichkeiten, in den meisten Städten in Guatemala in sozialen Projekten mitzuarbeiten. Man sucht sich eine Familie, die einen für 30 USD in der Woche bei sich wohnen läßt und kann dann unbezahlt in den verschiedensten Projekten mitarbeiten.
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