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Spanisch lernen in Guatemala
T A N J A  S C H E F F L E R:  (T E I L  2)

Honduras

27.04. – 12.06.
Die Idee war, auf der kleinsten der Bay Islands - Utila – an der nördlichen Karibikküste in Honduras etwa eine Woche zu verbringen und in den Tauchsport hineinzuschnuppern. Auf dieser englischsprachigen britischen Kolonialinsel, die für die billigsten Tauchkurse bekannt ist, begannen wir zunächst mit dem 5-tägigen Open-Water-Kurs, der uns zu einem Tauchgang bis auf 18m berechtigte. Bereits mit der ersten Begegnung der faszinierenden Unterwasserwelt, der Stille und der scheinbaren Schwerelosigkeit war für Silke und mich klar, dass wir den Advanced-Kurs, dh. Nacht-, Wrack- und Tieftauchgang auf 40m anhängen wollten. Bunte Parrot-Fische, Barracudas, Moränen, giftige Scorpion-Fische, juckende Jelly-Fische, Oktupusse und Seepferdchen – ich fühlte mich wie in einem Riesenaquarium! Eine Gruppe von Tauchern wird von einem Boot auf das Meer hinaus gefahren - Foto: Tanja Scheffler Meine beiden Favoriten sind jedoch die etwa 1,5m langen Riesenschildkröten und die schwarz-weiss gepunkteten Eagle-Rays (Adler-Rochen), die in Zeitlupentempo friedlich dicht an mir vorbei flogen. Beim Herausfahren zu unserem Nachttauchgang hatten wir das Glück, eine 8-köpfige Delphin-Familie direkt neben unserem Tauchboot beobachten zu können. Leider waren wir nicht schnell genug im Wasser, sonst hätten wir ihre spielerischen Sprünge sogar unter Wasser sehen können! Nach 1,5 Wochen waren wir uns einig: keine Zeit für Südamerika, wir bleiben hier und machen den nächsten Kurs – den Rescue-Diver. Um vorher jedoch etwas vertrauter mit Equipment und der Fortbewegung unter Wasser zu werden, schoben wir noch ein Paket mit 10 Tauchgängen ein. Die Schulung zum Rescue-Diver entpuppte sich zum lernintensivsten, spassigsten, sinnvollsten, anstrengendsten und zugleich ernsthaftesten Kurs meiner bisherigen Tauchkarriere. Die Abschlussprüfung bestand aus dem Managen eines gesamten Rettungsszenarios, das mit dem Auftauchen unserer canadischen Instruktorin und ihrer Vermisstenmeldung bzgl. Ihres Tauchpartners begann. Die Aufgabe des Managers besteht darin, dem Taucher alle notwendigen Fragen über Tauchtiefe, Strömung, Bodenbeschaffenheit, Restluft, Länge des Tauchgangs usw. zu stellen, um anschliessend ein angemessenes Suchmuster zu bestimmen, die Aufgaben an Bord zu verteilen und die Suche mit Kompass und Suchgehilfen unter Wasser durchzuführen. Zu Übungszwecken wurde im Training jeweils ein Gewichtgürtel – in Tarnfarben – versteckt, um die Suche zu erschweren. Sobald der Gürtel gefunden wurde, ersetzten sie ihn durch einen sich bewusstlos stellenden Taucher, der nun durch den Manager langsam an die Oberfläche gebracht werden musste. Oben angekommen, stellt der Retter fest, dass das Opfer nicht atmet und es muss unter ständiger Mund-zu-Mund-Beatmung und gleichzeitiger Equipment-Entfernung ohne Hilfe eines Dritten zum Boot gezogen werden. In meinem Szenario war das Boot so weit weg und die Wellen und die Strömung so hoch, dass mein armes Opfer ziemlich viel Salzwasser schluckte, bevor ich es endlich an Bord hieven und die Wiederbelebungsmassnahmen einleiten konnte.
Wegen einer zwischenzeitlichen Ohrinfektion und einer üblen Salmonellen-Attacke, die mich 5 Tage ans Bett fesselte und mich nicht in die Senkrechte kommen liess, verlängerte sich mein Utila-Aufenthalt auf insgesamt 6 Wochen. Als Silke die Überlegung äusserte, irgendwann noch die etwa 2-monatige Ausbildung zum Divemaster anhängen zu wollen, machte ich ihr den Vorschlag, diese doch sofort im Anschluss mit unserer genialen Instruktorin auf Utila zu machen...ich würde in der Zeit weiter Richtung Panama reisen und wir könnten uns im August in Mexico wieder treffen. ...Gesagt, getan und die Pläne hatten sich wieder einmal geändert. Utila - Foto: Tanja Scheffler Die schöne Zeit des Tauchens, der Dock-Parties, dem abendlichen Zappeln in der Dock-Bar ´Coco-Loco´ mit den liebgewonnenen Tauchbekanntschaften, bis jede Nacht um 12 die Lichter auf der Insel ausgingen, die Zeit der Internet-Wucherpreise und der nervig stechenden Sandfliegen war vorbei - ein neuer Reiseabschnitt folgte.
Meine Gefühle schwankten zwischen Abenteuerlust, Spannung, etwas Unsicherheit und viel Vorfreude...allein unterwegs zu sein war wirklich völlig anders als das Reisen zuvor. Nun hiess es für mich wirklich, das in den 6 Wochen Inselsprache Englisch fast vergessen geratene Spanisch anzuwenden und sich mit Unterstützung des empfehlenswerten Reiseführers ‚Lonley Planet’ von einem günstigen und sicheren Schlafplatz zum nächsten in Richtung Süden zu hangeln. Ich wusste, dass Honduras aufgrund seiner Armut auch relativ gefährlich und Überfalle keine Seltenheit sind und entschied mich daher für eine direkte und schnelle Durchquerung dieses Landes. In der Hauptstadt Tegucigalpa, die ich im nachhinein lieber gemieden hätte, erfuhr ich von einem amerikanischen Familienvater, der schon 3 Jahre dort lebte, dass er an den Strandorten La Ceiba und Tela nur nachts und in der Hauptstadt sogar tagsüber bewaffnet rumlaufen würde, weil es so gefährlich sei. In Tela würde immerhin nur 1 mal wöchentlich ein Mord gemeldet, in Tegucigalpa täglich... Ich war froh, die Orte ohne Schaden und ohne Raub überlebt zu haben, erhielt von einem sympathischen Einheimischen noch ein paar gute Tips, um diese dreckige Stadt auf sicherem Wege zu verlassen und setzte meine Reise am nächsten Morgen fort – das Pfefferspray stets parat. Um nicht eine der wichtigsten Regeln beim Traveln in solchen Ländern zu missachten (Komme nie nach Einbruch der Dunkelheit in einer fremden Stadt an, insbesondere dann, wenn das Nachtquartier noch nicht bekannt ist), suchte ich mir am späten Nachmittag die völlig untouristische Stadt Danli in der Nähe zur nicaraguanischen Grenze aus. In Honduras gibt es generell sehr wenig Touris, aber in dieser Stadt war ich an diesem Tag wohl wirklich die einzige Ausländerin. Sofort fühlte ich mich sicherer, hatte nette Unterhaltungen mit einem Schuhputzer und einer Restaurant-Besitzerin und sass pünktlich zum fast alltäglichen Stromausfall, bei dem die ganze Stadt stockfinster wurde, wieder mit Kerzenlicht im Zimmerchen - in netter Gesellschaft der Riesenkakerlaken, aber an die hatte ich mich bereits in Guatemala gewöhnt. Erst einige Wochen später, als ich bereits in Costa Rica unterwegs war, erhielt ich von Silke per Mail die Nachricht über einen schrecklichen Raubüberfall auf ein Pärchen, das zu Fuss auf dem Weg zu einem Wasserfall in der Nähe von La Ceiba war. Das Mädel kannten wir von unserem Dive-Center auf Utila, ihr Freund wurde bei dem Überfall getötet! Dieses furchtbare Ereignis hat leider meine Erinnerungen an Honduras geprägt und ich kann nur sagen: Zum Tauchen-Lernen nach Utila – sehr empfehlenswert, aber das Reisen durch Honduras kann man sich sicherheitshalber sparen.

Text und Fotos: Seite öffnenTanja Scheffler
 
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