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Spanisch lernen in Guatemala
T A N J A  S C H E F F L E R :  (T E I L  6)

Mexico

02.08. – 30.08.
Der VW Käfer, das wahrscheinlich beliebteste Auto in Mexiko - Foto: Tanja Scheffler Kaum über die Grenze wurden wir mit den hohen Buspreisen und den ewig langen nicht enden wollenden Strassen durch das anfänglich noch flache Land des Staates Chiapas konfrontiert. Das Lieblingsauto der Mexicaner ist eindeutig der VW-Käfer, den ich mir am liebsten ins Handgepäck stecken wollte! Unseren Plan, in 4 Wochen den Süden Mexicos über Chiapas, Yucathan und Oaxaca, die Pazikküste hoch bis Acapulco und irgendwo an einem netten ruhigen Strandort am Pazifik die letzten paar Tage des aufregenden ereignisreichen halben Jahres zu verbringen, hielten wir ausnahmsweise sogar ein!
In San Christobal de las Casas, einem sehr schönen Ort mit bunten Häusern, vielen Restaurants und interessanten Märkten, wagten wir gemeinsam einen Ritt in die umliegenden Berge...die furchtbarste und letzte Touri-Reittour aller Zeiten! Von einem einheimischen Amigo des Hostelbesitzers wurden wir morgens abgeholt zum Halbtagestrip nach San Juan Chemula, einem kleinen Bergdorf, bewohnt von Indigenern, mit 1,5 Stunden Aufenthalt und anschliessend 2 Stunden Ritt zurück. Klang ja gar nicht soooo schlecht... Die Mitstreiter heute waren eine Deutsche, die wohl schon ein- oder zweimal auf einem Pferd gesessen hatte, eine ängstliche Amerikanerin und das italienische Schwulenpärchen mit Jeans, eng anliegendem Feinripp-T-Shirt, teurer Sonnenbrille und Cowboyhut...sie kannten Pferde bis dahin wohl nur aus dem Western...und die beiden deutschen pferdebegeisterten Cousinen Silke & Tanja... Die Pferde waren nicht ZU dürr, aber sehr dünn und klein. Obwohl sie von sich aus recht zügig vorwärts gingen, war der unfreundliche und sehr demotiviert wirkende Guide stets damit beschäftigt, uns von hinten wie eine Herde Kühe oder Schafe mit einem Stock voran zu treiben. So zockelten wir den grössten Teil des Hinweges auf dem nicht vorhandenen Seitenstreifen einer furchtbar stark befahrenen dreckigen Hauptstrasse entlang, die Italiener jammernd über die bereits schmerzenden Hintern und die Amerikanerin fragend, wie man denn wohl am besten lenken könne... Als wir endlich auf ein flaches grasiges Stück kamen, wo Silke und ich unsere Pferde galoppieren liessen, hielt der Mexikaner uns an und meinte, wir seien jetzt da...1 Stunde Aufenthalt, keine Fotos in der Kirche und ja pünktlich wieder bei den Pferden sein! Toll... Kaum abgestiegen, waren wir auch schon umzingelt von mindestens 10 einheimischen barfüssigen Kids, die die selbstgeflochtenen Armbändchen bettelnderweise für 1 Peso verkauften...davon hatten wir aber schon sooo viele! Im Dorf selbst hätten wir beinahe die wirklich sehr schöne Kirche vor lauter Touris, Reisebussen mit getönten Scheiben und VW-Bus-Taxis nicht gefunden! Die ‚Stadt’ wimmelte nur so von Leuten mit Fotos, Video-Cameras, bettelnden Kindern und den Eingeborenen, die versuchten, ihre Handarbeiten oder Maiskolben zu verkaufen. Die Menschen müssen sich doch vorkommen, wie die Tiere im Zoo! Sie taten wir wirklich leid, diese Besichtigungstour fand ich einfach nur widerlich und wir wollten eigentlich nur noch zurück. Auf dem Rückweg war der eine Italiener – der mit der Video-Camera um den Hals – ständig damit beschäftig, schenkelklopfender- und schreienderweise den Schotterweg bergab zu galoppieren und seinem Freund damit imponieren zu wollen. Der kam mit dem etwas fauleren Pferd nicht hinterher und irgendwann mussten wir sie beide stoppen, indem wir erklärten, dass die Aktion für die Pferde überhaupt nicht gut sei. Gegen Ende des Ritts kamen wir tatsächlich noch auf einen grünen Weg mit weichem Untergrund, wo Silke und ich testen konnten, ob wir auch wirklich die schnellsten Pferdchen bekommen hatten...dem war so.
An diesem Tag verging keine Minute, wo ich nicht voller Wehmut an den traumhaften sehr speziellen Ritt in Tamarindo gedacht hätte...
Tanja Scheffler In Chiapas machten wir uns erneut auf, in Palenque den Spuren der alten Mayas zu folgen. An der Karibikküste hielten wir uns etwas südlich vom typischen Pausschal-Urlaubsort Cancun in Tulum und Playa del Carmen auf, bis uns die Hitze und die vielen braungebrannten Schönheiten am weissen Sandstrand nervten. Wir brachen auf zur nächsten Mayastätte ‚Chichen Itza’, die wir zum Glück früh morgens vor dem Touristenstrom entdecken konnten.
In Merida, dem vielleicht heissesten Ort meiner Reise musste ich trotz Fan aus dem Dormitorio auf die Couch im Vorraum der Jugendherberge ausziehen, weil ich das Gefühl hatte, in meinem oberen Stockbett zu ersticken ...draussen war’s dann auch nicht viel besser. Merida ist bekannt für gute und relativ günstige Hängematten, was wir natürlich zum Anlass nahmen, auf Hängemattenjagd zu gehen. Wenn wir von einem Ort zum nächsten reisten, kamen wir uns schon vor wie 2 Packesel – zusätzlich zum grossen und zum kleinen Rucksack hatte jeder noch eine der typischen guatemaltekischen Taschen, gefüllt mit Souvenirs um den Hals hängen....man sah uns an, dass wir am Ende unserer Reise angelangt waren. Die praktischste und komfortabelste Art, in Mexico die grossen Strecken zurück zu legen, ist die des 1.Klasse-Nachtbusses. Man spart eine Nacht und ist relativ ausgeschlafen nach 9-12 Stunden in der nächsten Stadt. In dieser Zeit hat man ganz Guatemala durchquert und ist in Mexico nur einen kleinen Schritt weiter gekommen! Nach insgesamt 20 Stunden Busfahrt empfingen uns in Oaxaca endlich wieder angenehme Temperaturen auf 1500 m Höhe. Der nächtliche Schlaf im 10-er Dormitorio wurde lediglich durch das Geschnarche der besoffenen Mexicaner gestört, die uns schon morgens zum Frühstück nach Marihuana fragten und uns frecherweise auch noch die Milch für unser Müsli wegtranken. Leider konnte ich die "nur" 7-stündige Busfahrt durch die wunderschöne bergige Landschaft über die Sierra Madre (3500m) bis zur Pazifikküste nicht geniessen, da der Busfahrer dachte, einen neuen Rekord aufstellen zu müssen. Die Serpentinen machten wir schwer zu schaffen, am Ende regnete es auch noch in den Bus und das nicht funktionierende WC war mit einem Vorhängeschloss verriegelt. Diese furchtbare Fahrt wurde mit traumhaft ruhigem Strand, hohen Wellen, einer Cabaña mit Seeblick und netten Leuten in dem kleinen Örtchen Mazunte belohnt. Wir durften sogar die Küche des Restaurants benutzen, weil wir die einzigen Gäste waren...die Hochsaison ist dort im Dezember. Die nächtliche Ruhe wurde hier von einer Riesenratte unterbrochen, die meinte, unsere Essvorräte futtern zu müssen. ...Ich wanderte schnell wieder von der Hängematte unter’s Moskitonetz und die angefressene Tacotüte vor die Tür...Sogar unser Pfefferspray kam hier zum Einsatz: Mindestens 6 herrenlose Strandköter, die ihren dunklen Lieblingsschlafplatz ausgerechnet zwischen dem WC und unserem steilen Treppchen gebucht hatten, versuchten uns jede Nacht auf’s Neue zu erschrecken!
Tanja Scheffler Den allerletzten Tag unserer gemeinsamen Reise verbrachten wir in der für ihren Silberverkauf bekannten Stadt Taxco, mitten in den Bergen. Trepp auf, Trepp ab, hier ein bisschen Obst, dort ein Silberring, ein Armband und eine Salsa-CD... noch ein paar Abschiedsfotos und die letzte E-Mail nach Europa... Da wir von Mexico City wiedereinmal Horror-Stories bzgl. Überfällen und Kidnapping hörten, und wir beide keine grosse Lust auf die 20-Millionen-Stadt hatten – selbst Taxifahrern könne man nicht trauen - entschieden wir uns für die sichere Shuttle-Variante über einen kleineren Ort, ca. 1,5 Stunden entfernt von der City. Direkt zum Flughafen kutschiert, voll mit Eindrücken des letzten halben Jahres, warteten wir auf unsere beiden Flüge in die Heimat. Eigentlich hatten wir vor, am Flughafen noch eine Karten-Runde ‚Die Siedler’ (neben Würfeln das einzige Spiel in unserem Gepäck) zu spielen, doch dazu kamen wir nicht und nun muss ich zugeben, dass Silke die unangefochtene Siedlerin von Centro-America ist... während des gesamten Urlaubes gelang es mir nur ein einziges Mal, sie zu besiegen!
Nun sitze ich im IBERIA-Flieger und nur wenige Stunden trennen mich von meiner Ankunft in Frankfurt. Beim Gedanken an den Arbeitsalltag nach diesem genialen abenteuerreichen halben Jahr muss ich zugeben: So ganz vorstellen kann ich mir das im Moment noch nicht! Die Zeit des täglichen Rucksackpackens, des abendlichen Quartiersuchens, des Moskito-Repellents, des Klamotten-per-Hand-waschens, der vielen ‚Where-are-you-from-Bekanntschaften’, des Reiseführer-Studierens, des Wäscheleine-Aufhängens, des Schlange-Stehens in den streng bewachten Banken, der Bilderbuch-Sonnenuntergänge an Pazifik-Stränden, des Handelns auf Märkten, des Gepäck-Bewachens, der amüsanten Chickenbusreisen, des Salsatanzens mit Einheimischen, des morgendlichen Muschelnsammelns, des Buch-, Geld-, Mailadressen- und Klamottentauschens, Milch-Suchens am Morgen und vielen Eindrücken mehr ist nun zunächst einmal vorbei und ich bin sehr sehr zufrieden mit dem Verlauf meiner Reise...besonders mit der Entscheidung, für 2 Monate allein gereist zu sein. Gleichzeitig macht es natürlich unheimlich viel Spass, die Eindrücke teilen zu können und ich möchte die 4 Monate mit Silke nicht missen! Nun freu ich mich sehr auf das Wiedersehen mit meinen Freunden, der Familie, den Kollegen und vor allem mit den Pferden...
Der krönende Abschluss meiner Reise erfolgte beim Ausstieg aus dem Flieger in Frankfurt, direkt im Passagier-Schlauch zum Gate. Ein mit Maulkorb vermummter Bullterrier tritt vor mich, schnüffelt an meiner schräg umgehängten mittelgrossen guatemaltekischen Stofftasche und dem kleinen Täschi neben dran... Ich dachte mir noch nix dabei, begrüsste den Hund und schon hatte ich den Stern des Zollbeamten vor der Nase... Ich musste zur Seite treten, meine Tickets und Gepäckabschnitte zeigen, erzählen wo ich her komme, wie lang ich weg war, usw. ...Dann meinten sie, wir würden dann mal gemeinsam zum Gepäckband gehen und mein grosses Gepäck holen und checken....toll, wo ich doch so gut gepackt hatte...Unterwegs zum Gepäckband fragten sie mich, ob ich denn eine Idee hätte, warum ihr Rauschgiftspürhund gerade MICH angezeigt hätte – innerlich musste ich ja wirklich lachen! - Nö, natürlich nicht! Ich erzählte ihnen, dass ich noch nie eine Zigarette angerührt habe, im letzten halben Jahr aber hauptsächlich in Dormitorios mit vielen anderen Reisenden übernachtet habe und meine Tasche mit Sicherheit auch oft an Orten stand, die nicht immer rauschgiftrein waren... Nach dem Durchsuchen sämtlicher kleinen Tüten, Pakete und Filmröllchen in meinem Handgepäck, wurde der Zolltyp ans Telefon gerufen und er liess mich gehen – ohne den grossen Rucksack zu checken...Schwein gehabt!!! Blieb nur noch die Suche nach dem zunächst verloren gegangenen Bamboo, dass als Sperrgepäck am anderen Ende der Halle herauskam und dummerweise unter’s Gepäckband gerollt war. Etwa mit einer Stunde Verspätung konnte ich dann endlich durch die Milchglastüren treten und mein Empfangskomitee begrüssen. :-)))


DANKE

...an meinen Arbeitgeber, der mir durch die Genehmigung des unbezahlten Urlaubes diesen unvergesslichen Ausstieg und vor allem den ‚einfachen’ und unkomplizierten Wiedereinstieg in’s Berufsleben ermöglicht

...an meine Eltern, Claudia und Andrea, die mir in meinem Bankendilemma aus der Patsche geholfen haben

...an Jessica, die meine Postberge entgegen genommen und verwaltet hat

...an Bea, die sich liebevoll um meine Pflanzen gekümmert hat

...an Kerstin und Marko, die am Flughafen die Schnüffelei des Zollhundes geduldig abwarteten

...an meine Gardasee-Jungs, die dieses Jahr erst im Oktober und nicht im Mai an den Lago fahren

...an alle Anderen, die mich mit Mails aus der Heimat stets auf dem Laufenden gehalten haben...

Text und Fotos: Seite öffnenTanja Scheffler
        
 
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